Die Flucht vor dem Buchwissen

Was macht man nun mit einem gelesen Buch? Man kann es ins Regal stellen, aus den Seiten Papierflieger basteln oder jede Seite einzeln entfernen und als Kaminanzünder benutzen. Oder einfach jedem Buch einen lustigen Partyhut aufsetzen und eine Literaturkreisparty feiern?! Eher unwahrscheinlich...
Dennoch hört man sein Leben lang, dass man LESEN soll. Wenn man alles unter einen Hut bringen will, sieht ein Tag mit der empfohlenen Lesedosis wohl wie folgt aus:
Morgens liest man aus einer Sammlung von Gedichten, z.B. "Der Sonnenaufgang". In der Mittagspause einen trivial angehauchten Roman - zur Entspannung versteht sich. Am Abend dann noch etwas schwerere Kost, einen düsterern Stephen King vielleicht? Dazwischen liest man auf jeden Fall noch studentische Lehrbücher, den Busfahrplan, die Lernfolien, den Videotext, die Programmzeitschrift, die dpa-Meldungen im Internet, in Internetforen und auf Werbeplakaten.
Also wenn der Tagesblauf mal nicht deckungsgleich mit dem Begriff "Leseratte" ist, dann weiß ich auch nicht mehr. Leseratte übrigens deshalb, weil die Person gierig nach neuer Literatur ist und ihre Kritiklosigkeit schon mehrfach überrundet hat. Es mag ja auch Personen geben, die komplett auf Bücher verzichten. Aber auch die "Faulen" haben ein Medium - das Internet. Dank des ewigen Sieges der Faulheit über die Notwendigkeit, hat jede Randgruppe ihr Medium und nutzt dies nach bestem Gewissen. Achso, wie nennt man eigentlich Internet-Süchtige? Sie lesen ja so viel wie Leseratten, aber auf einer leichteren, trivial beherrschten Schiene. Leseratte 2.0?
jMk1987 - 30. Jan, 14:39